Zusätzlich zur Ausbildung im Betrieb nimmt die Berufsschule eine sehr wichtige Stellung bei  der Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement ein. Denn im Gegensatz zur Ausbildung im Betrieb werden über die Berufsschule die theoretischen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt. Logisch, dass diese dann auch im Teil 1, sowie im Teil 2 der Abschlussprüfung Büromanagement abgefragt werden. Alles weitere erfährst Du hier.

 

Die Inhalte in diesem Beitrag auf einen Blick:

Was ist eine Berufsschule?
Die Berufsschule im dualen System
Unterrichtszeiten in der Berufsschule
Abschlussprüfung Büromanagement an der Berufsschule
Aufgaben und Ziele einer Berufsschule



Berufsschule Kauffrau für Büromanagement

Was ist eine Berufsschule?

In Deutschland finden die meisten Berufsausbildungen im sogenannten dualen System statt, mehr zu diesem Begriff findest du weiter unten. Deine Berufsschule ist ein wichtiger Bestandteil des Systems. Der Sinn dahinter: Es werden in der Berufsschule alle wichtigen Themen, die Du als Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement benötigst, theoretisch vermittelt. Du erlernst neue Kenntnisse, die du im Betrieb umsetzen kannst und festigst oder erweiterst Fähigkeiten, die dir im Betrieb vermittelt wurden.

Interessant ist, dass die Berufsschulen nicht neu sind, sondern bereits seit dem 18. Jahrhundert existieren. Doch noch nicht in der Form, wie wir sie heute kennen.

Für jeden Ausbildungsberuf gibt es separate Rahmenlehrpläne, die auch eingehalten werden müssen. Das erklärt, warum viele Berufe in unterschiedlichen Berufsschulen und somit unterschiedlichen Orten unterrichtet werden.

Abgesehen von den für den angestrebten Beruf notwendigen Kenntnissen werden in der Berufsschule auch andere Fächer wie Religion oder Politik gelehrt. Damit soll das Allgemeinwissen der Auszubildenden gefestigt und erweitert werden. Außerdem gibt es in den meisten Berufsschulen auch Sportunterricht, für den körperlichen Ausgleich.

Die Berufsschule im dualen System

 

Für fast jeden Ausbildungsberuf, der in Deutschland gelehrt wird, gilt: Die für den Beruf notwendigen Fähigkeiten werden im Betrieb und in der Berufsschule gelehrt. Während sich das ausbildende Unternehmen auf die praktischen Kenntnisse konzentriert, werden in der Berufsschule die theoretischen Kenntnisse vermittelt. Zusätzlich kommen noch allgemeinbildende Themen in den Lehrplänen vor. Das nennt sich duales System. Zu den allgemeinbildenden Fächern zählen unter anderem die Fächer Deutsch und Sozialkunde.

Die restlichen Fächer werden durch das Ausbildungsziel Kauffrau für Büromanagement vorgegeben.

Meistens läuft der Berufsschulunterricht an ein oder zwei Tagen pro Woche ab. Teilweise gibt es auch den sogenannten Blockunterricht. Dann läuft die Berufsschule zum Beispiel eine komplette Woche pro Monat und die restliche Zeit verbringt der Auszubildende im Unternehmen.

Unterrichtszeiten der Berufsschule

 

Bei ein bis zwei Tage pro Woche dürfen 8 Stunden pro Tag nicht überschritten werden. Sollte der Berufsschultag nur einen halben Tag dauern, dann werden die restlichen Stunden meist im Unternehmen verbracht.

Hin und wieder bzw. je nach Berufsschule kommt es vor, dass die Berufsschule nicht wöchentlich stattfindet, sondern als Blockunterricht. In diesem Fall werden die Stunden pro Monat zusammengefasst und dann findet der Unterricht zum Beispiel eine komplette Woche lang statt.

Welche Variante deine Berufsschule anbietet hängt auch von den räumlichen Gegebenheiten ab. Wer auf dem Land lebt und dort seine Ausbildung genießt, der wird oft im Rahmen eines Blockunterrichts in die nächste größere Stadt geschickt.

Die restliche Zeit wird natürlich im Unternehmen verbracht. Diese Zeit wird genutzt, um den Auszubildenden alle Kenntnisse beizubringen, die er für seinen Beruf benötigt. Unterstützt wird dies durch die praktische Arbeit im Unternehmen. Allerdings gilt dann nicht der Lehrplan der Berufsschule, sondern der allgemein gültige Lehrplan für die Kauffrau für Büromanagement.

Wichtig: Die Zeit, die du in der Berufsschule verbringst gilt in der Ausbildung quasi als Arbeitszeit. Fehlst du oder kommst zu spät, kann dein Ausbildungsbetrieb verlangen, dass die Zeit nachgearbeitet wird. Bist du krank, brauchst du je nach den Regelungen deines Unternehmens gegebenenfalls eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt.



Abschlussprüfung Büromanagement an der Berufsschule

 

Am Ende der Ausbildungszeit steht immer die Abschlussprüfung. Wer diese schafft, darf sich dann geprüfte Kauffrau für Büromanagement nennen. Das bedeutet, dass die Prüfung von der IHK abgenommen wurde. Wer diesen Titel trägt, erhält natürlich ein entsprechend höheres Gehalt.

Als Beweis für die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis erstellt, das ähnlich dem Zeugnis jeder anderen Schule die Noten der einzelnen Fächer aufweist. Das Zeugnis bringt klar zum Ausdruck, dass die Prüfung durch die IHK erfolgt ist und ob sie bestanden wurde. Zusätzlich erhältst du von deiner Berufsschule nach jedem Halbjahr ein Zeugnis sowie ein Abschlusszeugnis mit den Noten aller Lernfelder zum Ende der Ausbildung.

Aufgaben und Ziele einer Berufsschule

 

Die Berufsschule muss sich an verschiedene Vorschriften halten. Eine davon ist der Rahmenbeschluss der ständigen Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Länder (kurz KMK). Welche Bestimmungen darin enthalten sind, möchten wir kurz erläutern:

Der Berufsschule werden für die Ausbildung zum Kauffrau/-mann für Büromanagement die folgenden Ziele auferlegt (Stand der KMK vom 12.3.2015):

Der Auszubildende soll eine Berufsfähigkeit erlangen, die sich nicht nur auf die sachlichen Fähigkeiten erstreckt, sondern auch einen sozialen Aspekt besitzt.

Zudem soll der geprüfte Kauffrau/-mann für Büromanagement die Fähigkeit besitzen, sich in Zukunft auf neue Anforderungen in diesem Beruf einzustellen. Dies gilt nicht nur für die Sachkenntnisse, sondern auch auf sozialer Ebene.

Der Arbeitnehmer soll die Motivation haben, sich laufend weiterzubilden.

Ebenso soll jeder geprüfte Kaufmann oder die geprüfte Kauffrau für Büromanagement für den internationalen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang sind Fremdsprachen wichtig.

Außerdem verlangt die oben genannte Vorschrift, dass der Unterricht so gestaltet werden muss, dass der Auszubildende berufsorientiert handeln kann. Hierfür muss das entsprechende Lernfeldkonzept beachtet werden und auch übergreifende Fähigkeiten vermittelt werden.

Tipp: Du musst nicht nur während der Berufsschule einiges an Texten verfassen, gleichzeitig bist Du laut Deinem Ausbildungsvertrag dazu verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen. Was das ist und wofür man es braucht erfährst Du hier.

 

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