Wer die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement erfolgreich abgelegt hat, der ist noch lange nicht am Ende seiner Ausbildungszeit angelangt – wenn er das denn möchte. Denn die erfolgreich abgelegte Prüfung lässt weitere Aus- und Weiterbildungen zu. Das bedeutet, dass Du nach der Ausbildung zum Teil das Doppelte verdienen kannst, wenn Du dann zum Beispiel eine Ausbildung als Fachwirtin absolviert hast. Das sind doch lohnenswerte Aussichten?

 

Die Inhalte in diesem Beitrag auf einen Blick:

Voraussetzungen für eine Weiterbildung

Wie läuft eine Weiterbildung ab?

Wie lange dauert eine Weiterbildung?

Welche Weiterbildungen gibt es?

Ablauf der Weiterbildung am Beispiel Handelsfachwirt

Wo bekomme ich weitere Informationen her?

Gibt es noch weitere Angebote?



Weiterbildung nach der Ausbildung

Voraussetzungen für eine Weiterbildung

In der Regel musst Du für eine Weiterbildung Berufserfahrung nachweisen, in vielen Fällen sind es 1 – 3 Jahre. Das bedeutet, dass Du im Zweifelsfall nicht gleich nach der erfolgreichen Abschlussprüfung zur Kauffrau für Büromanagement eine Weiterbildung drauf setzen kannst. Du musst zuerst im erlernten Beruf arbeiten und erst dann, wenn Du einige Zeit als Kauffrau für Büromanagement gearbeitet hast, darfst Du eine Weiterbildung beginnen. Für die genauen Anforderungen musst Du Dir gezielt die Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Prüfung der gewünschten Weiterbildung ansehen.

Und natürlich ist die wichtigste Voraussetzung, dass Du die Prüfung Kauffrau für Büromanagement bestanden hast 🙂

Wie läuft eine Weiterbildung ab?

So vielfältig wie die Weiterbildungen aussehen, so vielfältig läuft auch die Ausbildung selbst ab. So wird es nicht immer erforderlich sein, dass Du mit dem Arbeiten aufhören musst. Oft kannst du die Weiterbildung zusätzlich zur Arbeit machen – am Abend oder als Wochenendkurs. Du kannst dich auch für ein Fernstudium entscheiden, das bequem von daheim aus durchgeführt werden kann – bei freier Zeiteinteilung. Dies erfordert aber eine Menge Disziplin.

Alternativ hierzu gibt es immer wieder Seminare, die entweder wochenweise oder nur am Wochenende angeboten werden. Oder du entscheidest dich für eine  Weiterbildung, die „hauptberuflich“ stattfindet und unterbrichst für einige Zeit die Arbeit. Der Vorteil: Du wirst die Weiterbildung schneller beenden und somit auch schneller im besser bezahlten Job arbeiten, zum Beispiel als Handelsfachwirtin.

Es gibt viele Möglichkeiten und Du kannst Dir einfach die für Dich passendste Variante aussuchen. Übrigens: Viele Betriebe sind auch bereit ihre Mitarbeiter aktiv bei einer Weiterbildung zu unterstützen – sei es durch Ausbildungszuschüsse oder durch Freistellungen. Fragen lohnt sich.

Wie lange dauert eine Weiterbildung

Die Frage nach der Dauer einer Weiterbildung lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Dauer hängt immer davon ab, wieviel Vorwissen du hast, das eventuell angerechnet wird, wieviel Wissen und Kenntnisse neu vermittelt werden sollen und ob du dich Vollzeit oder neben dem Beruf weiterbilden möchtest. Die meisten Weiterbildungen dauern zwischen 6 Monaten und 2 Jahren. Es gibt aber auch zahlreiche Angebote, die nur wenige Tage oder Wochen dauern.



Welche Weiterbildungen gibt es?

 

Interessant ist natürlich jetzt auch, zu welchem Beruf überhaupt eine Weiterbildung möglich ist. Einige Beispiele findest du hier:

  • Geprüfter Fachwirt für Büro- und Projektorganisation
  • Geprüfter Personalfachkaufmann
  • Geprüfter Betriebswirt
  • Geprüfter Bilanzbuchhalter
  • Geprüfter Handelsfachwirt

Diese Weiterbildungen finden alle über die IHK statt. Welche Voraussetzung Du für die Teilnahme dieser Weiterbildung erfüllen musst, erfährst Du über die zuständige IHK.

Ergänzend hierzu kannst Du die folgenden Weiterbildungen in Angriff nehmen. Diese werden teilweise über die IHK, eine Fern-Universität oder von anderen Universitäten/Instituten angeboten:

  • Betriebswirt für Kommunikation und Büromanagement
  • Geprüfter Verwaltungsfachwirt
  • Geprüfter Personaldienstleistungsfachwirt
  • Betriebswirt für Personalwirtschaft
  • Betriebswirt für Rechnungswesen

 

Wie Du siehst, stehen Dir eine große Anzahl weiterer Berufsabschlüsse und Qualifikationen zur Auswahl. Welche davon für Dich infrage kommt, kannst Du dir bereits während deiner Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement überlegen. Denn dank der umfassenden Ausbildung in vielen Fächer und Arbeitsgebieten, kannst Du bereits früh erkennen, was Dir Spaß macht. Wenn Du zum Beispiel sehr gut mit Zahlen umgehen kannst, lohnt sich die Weiterbildung zum Betriebswirt für Rechnungswesen. Bist Du hingegen besser beim Verfassen von Briefen und macht Dir die Arbeit als persönliche Assistentin vom Arbeitgeber Spaß, solltest du dich in diese Richtung weiterbilden.

Abgesehen  von den oben genannten Möglichkeiten besteht noch die Chance, eine Ausbildung zur Handelsfachwirtin zu absolvieren. Mit diesem Abschluss hast Du dann die weitere Möglichkeit, an einer Fachhochschule oder an einer Universität zu studieren, auch ohne ein Abitur.

Du siehst also, über die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement steht dir auch der Weg zum Studium offen. Und auch dafür musst Du die Ausübung Deines Berufs nicht zwingend unterbrechen. Dies ist auch meist aufgrund der Tatsache, dass viele Menschen nach der Ausbildung einen eigenen Haushalt haben, bzw. eine eigene Familie gründen, nicht mehr möglich. Dann steht das Geldverdienen an erster Stelle. Und genau aus diesem Grund bieten viele Hochschulen ein Teilzeitstudium an, das sich problemlos mit dem Beruf vereinen lässt. Folgende Studienrichtungen sind eine gute Ergänzung zu deiner Ausbildung:

  • Wirtschaftswissenschaften
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Business Administration
  • General Management
  • Wirtschaftspsychologie
  • Wirtschaftsinformatik

Es gibt in diesen Fachrichtungen viele Möglichkeiten, einen Bachelor oder Master zu machen – den Einstieg dazu bietet die Weiterbildung zum Handelsfachwirt. Warum Du diese Doppelbelastung auf dich nehmen solltest? Dafür gibt es einen guten Grund: Viele Arbeitgeber möchten gerne einen Akademiker beschäftigen, vor allem dann, wenn derjenige in einem wirtschaftlichen Bereich tätig ist.

Ablauf der Weiterbildung am Beispiel Handelsfachwirt

Nun haben wir aus theoretischer Sicht erklärt, wie eine Weiterbildung aussehen könnte. Diese Theorie möchten wir vertiefen, und zwar am Beispiel der Weiterbildung zum Handelsfachwirt.

Ein Handelsfachwirt benötigt einerseits umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse und andererseits auch umfassende Erfahrungen im Managementbereich. Im Einzelnen werden von einem Handelsfachwirt die nachstehenden Tätigkeitsfelder ausgeübt:

  • Ein- und Verkauf
  • Allgemeine Verwaltungstätigkeiten
  • Personalmanagement
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Marketing und Werbung
  • Verkaufsverhandlung mit Kunden

Mit diesem Fachwissen darfst Du nicht nur als Abteilungsleiter oder gar als Filialleiter arbeiten. Du erhältst damit auch die nötige Wissensbasis um einen eigenen Betrieb zu gründen. Zusätzlich wäre es möglich, im Kundenbereich zu arbeiten, zum Beispiel im einem ortsansässigen Geschäft. Ebenso könnte der Handelsfachwirt abgestellt werden, um mehrere Filialen zu führen. Dann wäre es nötig, diese im regelmäßigen Abstand zu besuchen und auch dort eventuell Kundengespräche zu führen oder in direkten Kontakt mit den Händlern zu treten.

Weitere Berufsfelder, in denen Du dann als Handelsfachwirt arbeiten könntest:

  • Sales Marketing Manager
  • Key Account Manager
  • Vertriebsrepräsentant

Klar ist, dass Du als Handelsfachwirt ein wesentlich höheres Gehalt erwarten darfst. Dafür wird aber auch einiges von Dir gefordert. Du solltest mehrere Sprachen – zumindest Englisch – verhandlungssicher beherrschen und auch über ein selbstbewusstes Auftreten verfügen. Die Fähigkeiten und Kenntnisse werden Dir dann während der Weiterbildung vermittelt. Natürlich wird auch eine Prüfung über die IHK durchgeführt. Generell ist ein IHK Abschluss bei Arbeitgebern angesehen und beliebt.

Zudem kannst Du mit diesem Abschluss auch an einer Universität studieren. Hier bieten sich als Ergänzung zum Handelsfachwirt die folgenden Studienfächer an:

  • Wirtschaftswissenschaften
  • Handelsmanagement
  • BWL-Handel
  • Handels- und Dienstleistungsmanagement
  • Betriebswirt – Groß- und Einzelhandel
  • Logistik und Handel
  • Internationales Handelsmanagement
  • International Retailmanagement
  • Wirtschaft – Handel und internationales Management

 

Mit diesem Bildungsweg kannst du schon früh international tätig werden und bereits in jungen Jahren sehr viel Geld verdienen. Beii vielen Universitäten wird die Ausbildung zum Handelsfachwirt angerechnet, was zu einer Reduzierung der Studienzeit führt. Dies könnte sich in jedem Fall lohnen, denn regulär betrachtet dauert die Zeit bis zum Handelsfachwirt eineinhalb Jahre und ein darauf gesetztes Studium drei Jahre. Nach der insgesamt betrachteten langen Aus- und Weiterbildungszeit ist jeder froh, wenn das anschließende Studium reduziert werden kann.

Die Weiterbildung zum Handelsfachwirt kann auch per Fernstudium absolviert werden kann. Du kannst dadurch am Abend und dem Wochenende lernen und musst mit keinem Verdienstausfall zurechtkommen. Die Studienzeit verlängert sich dadurch zwar, kann aber auch auf Deine persönliche Situation abgestimmt werden.

Angesichts der globalen Entwicklung in Bezug auf den internationalen Handel – unter anderem über das Internet – wird der Beruf Handelsfachwirt künftig immer beliebter bei Arbeitgebern. Wer frühzeitig die Chance auf diese Weiterbildung nutzt, legt sehr früh einen Grundstein für ein erfolgreiches, berufliches Leben.

 

Link Tipp: Bist Du auf der Suche nach Weiterführenden Informationen? Schau mal hier

Wo bekomme ich weitere Informationen her?

Es gibt zwei wichtige Ansprechpartner für Weiterbildungen: Die IHK oder die Handwerkskammer. Welche dieser beiden Institute infrage kommen, hängt von dem Beruf ab, den Du nach der Weiterbildung ergreifen möchtest. Ebenso ist es entscheidend, ob Du in der Industrie, im Handel oder im Handwerk arbeiten möchtest. Für Industrie und Handel ist die IHK zuständig, für Handwerk die Handwerkskammer. In beiden Fällen wäre es möglich, über eine Ausbildung zum kaufmännischen oder technischen Fachwirt zum Geprüften Betriebswirt zu werden. Jedes mal wird dann eine Prüfung von der zuständigen Kammer durchgeführt und Du darfst Dich dann auch geprüfter Betriebswirt nennen.

Eine Alternative bieten viele Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien an. Dann hast Du jedoch keine Prüfung durch die IHK oder Handwerkskammer und darfst Dich anschließend auch nicht geprüfter Betriebswirt nennen. Das mag zwar unsinnig erscheinen, da Du immer die gleiche Weiterbildung durchläufst, aber zum Studium an einer Fachhochschule oder Universität wirst Du trotzdem zugelassen.

Gibt es noch weitere Angebote?

Natürlich gibt es viele weitere Weiterbildungen, die Du absolvieren kannst. Bedenke immer, dass Du mit der Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement eine grundsolide kaufmännische Ausbildung erhältst und daher in vielen weiteren Berufen arbeiten kannst. Du  kannst Dich jederzeit für eine neue Ausbildung entscheiden und hast dank Deiner Vorbildung eventuell die Chance, die neue Ausbildungszeit zu verkürzen. Oder Du bewirbst Dich sofort als Quereinsteiger und entscheidest Dich freiwillig für kleinere Weiterbildungen per Fernstudium oder über die ortsansässige Volkshochschule.

Du kannst außerdem jederzeit neue Sprachen erlernen, dich im Bereich Sekretariat fortbilden oder einen Kommunikationskurs besuchen. All dies bringt Dich im weiteren beruflichen Werdegang auf jeden Fall weiter. Hierzu zählen auch erweiterte Kenntnisse im EDV Bereich: Wordprogramme, Datenverarbeitungsprogramme, Präsentationsprogramme und auch Kenntnisse in den gängigsten Buchhaltungsprogrammen.

Na, auf den Geschmack gekommen? 🙂 Mach was draus!

 

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